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Soll ich mich oder mein Kind taufen lassen?

von Pfr. Andreas Wilmsmeier

Es gibt viele Dinge die wir für die Zukunft (unserer Kinder) entscheiden. Eine dieser Entscheidungen ist die Taufe. Wir ermutigen gern zur Taufe, uns ist aber wichtig, dass sie bewusst und nicht bloß aus Tradition geschieht.

Was bedeutet sie, warum wird man getauft? Die Taufe ist keine geistliche Lebensversicherung. Sie drückt Gottes „Ja“ zu uns aus. Was er in Jesus allen Menschen zeigt, wird in der Taufe dem Einzelnen zugesprochen: Ich dein Gott, stehe zu dir und nehme dich an als mein Kind, ohne Vorbedingungen. Es ist also eine Liebeserklärung und ein Treueversprechen Gottes an den Täufling. Gott ist nicht nur im Moment der Taufe gegenwärtig, er will mit dem Getauften unterwegs bleiben. Dies geschieht nicht zuletzt durch Menschen. Denn mit der Taufe wird man zugleich in die Familie Gottes hineingetauft – in die Gemeinschaft der Christen. Das soll bei der Taufe zum Ausdruck kommen. Aus diesem Grund findet in unserer Gemeinde die Taufe im Gemeindegottesdienst statt (und nicht in einer extra gestalteten Feier). Voraussetzung zur Kindertaufe sind Paten, die Mitglied einer christlichen Kirche sind, ein Pate muss der evangelischen Kirche angehören. Dies ist keine bürokratische Hürde, sondern die Paten stehen stellvertretend für die christliche Gemeinde. Wie können sie das, wenn sie z.B. ausgetreten sind? Außerdem versprechen sie, ihrem Patenkind christlichen Glauben nahe zu bringen. Dazu gehört eine Gemeinschaft, in der Starke die Schwachen tragen – auch finanziell. Insofern hat christlicher Glaube auch damit zu tun, wie man mit seinem Geld umgeht. Wir setzen darum ebenso voraus, dass mindestens einer der Eltern zur evangelischen Kirche gehört.

Weil Gott in der Taufe zu uns Ja sagt wünschen wir uns, dass die Eltern ein bewusstes Ja zur Taufe finden, das sie stellvertretend für ihre Kinder sprechen und dazu beitragen,, damit die Kinder hoffentlich ihr eigenes Ja finden. Das kann heißen: Mit dem Kind beten, ihm aus einer Kinderbibel vorlesen oder Angebote wahrnehmen, in denen es christliche Gemeinschaft erlebt. Uns als Gemeinde ist dies Ja sehr wichtig. Taufe und gelebter Glaube gehören zusammen. Das ist der Grund, warum wir so viele Angebote gerade für Kinder und Jugendliche machen.

Es geht uns nicht darum, Mitglieder zu „fangen“, wenn sie sich noch nicht wehren können. So hat unsere Hochachtung, wer mit der Taufe wartet, weil er nicht weiß, ob er mit seinem Glauben dem Taufversprechen gerecht werden kann (wobei wir gern über Fragen reden) oder die Taufe aufschieben möchte, bis der Täufling dies selbst will. Wenn man trotzdem den Dank für das Kind zum Ausdruck bringen bzw. es unter Gottes Segen stellen will, tun wir dies auch gern im Gottesdienst mit einer Kindessegnung.

Die Taufe eines Erwachsenen ist genauso möglich. Hier braucht es keinen Paten, weil der Täufling sein eigenes Ja sagt. Vorher findet gewöhnlich Taufunterricht statt (2-3 Termine). Jeder Taufe geht ein Gespräch voraus, in dem Termin, Ort, Ablauf, Formalitäten und ihre Wünsche besprochen werden. Es ist schön, wenn Eltern, Paten oder Täuflinge sich an der Gestaltung der Taufe beteiligen, sich den Taufspruch selbst aussuchen und evt. auch  Wünsche für Lieder oder weitereTexte einbringen.